Mit haushaltsüblichen Mitteln

Zum Evangelium an Gründonnerstag

Johannes 13, 1–15; sowie Lukas 22, 17–20

Nach dem letzten Festagsessen des Nazareners mit seinen Schülern. »Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!«, hatte Petrus ganz ohne Ironie gesagt. Der Nazarener war vom Mahl aufgestanden und hatte begonnen seinen Schülern die Füße zu waschen. Vehement wehrte sich Petrus gegen die Umkehrung der Rollen zwischen Meister und Anhänger. Der Nazarener, mit Schüssel und Schürze, hatte aufgesehen und »Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.« geantwortet.

Es war bereits die zweite Irritation des Abends gewesen. Brot und Wein war allen Anwesenden zunächst nicht ungewöhnlich erschienen. Bis der Nazarener das Brot nahm und sagte: »Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.« Um dann nach dem Essen seinen Becher zu nehmen und fortzufahren, »Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!«.

Was nachösterlich als ungeheuerlich gesehen werden kann, ist, nüchtern betrachtet, ein genialer Schachzug des Nazareners. Sein Anliegen hinterlässt er nicht in großen theologischen Abhandlungen. Er erfindet auch keine neuen rituellen Gegenstände. Mit einfachen haushaltsüblichen Mitteln verankert der Mann aus Galiläa sein Programm.

Mit Wasser und einer Schüssel ist die schlichteste Fürsorge möglich. Mit Brot und Wein lässt sich der Nazarener verinnerlichen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ganz ohne Denkmäler aus Stein oder Bronze. Theologisch-philosophische Auslegungen schließt das nicht aus. Wenn der Alltag geregelt ist, bleibt Zeit zum Forschen und Staunen. Nicht grundlos steht im Gebet des Herrn der Satz: »Unser tägliches Brot gib uns heute«. (Mt. 6,11)

Johannes 13, 1–15 extern auf  www.die-bibel.de

Lukas 22, 17–20 extern auf  www.die-bibel.de