Osterzeit | Begegnung

Lukas 24, 13-34

Glaube wird schnell von der „Realität“ überstrahlt. Von einem Tag auf den anderen zerbricht, woran man glaubt. Diese Erfahrung machten auch die, im Neuen Testament nicht näher beschriebenen, Jünger aus Emmaus. Ihr Glaube hatte sich aus ihrer Sicht nicht erfüllt, auch schien es ihnen, als sei der Zug bereits endgültig abgefahren, dass noch etwas Positives – nach ihrer Vorstellung – hätte passieren können. Da geschieht es, dass der Nazarener sich offenbart, sich ihnen öffnet, aber sie merken es nicht gleich, sie müssen erst die Perspektive wechseln, um zu sehen: es hat sich doch genau so erfüllt, wie sie es glaubten. Was ihren Blick verstellte,  musste erst fortgeräumt werden.

Oft geschieht es, dass man die Zukunft gerne nach bekannten Mustern gestalten möchte, weil man sich in ihnen besser und sicherer bewegen kann, es doch so vertraut und gemütlich ist. Wie leicht fällt es dem nachzutrauern, was hinter einem liegt.

Von der Mystikerin Katharina von Siena (1347–1380), ist das Zitat bekannt: „Einzig auf die Kraft der Liebe kommt es an. Gebt euch nicht mit Kleinem zufrieden, Gott erwartet Großes!“ Mit Gott kann man unmöglich stehen bleiben! Er hat unendlich viele Möglichkeiten in die Schöpfung und den Menschen gelegt, was wir entdecken sollen. Er ist nicht tatenlos nur weil wir nichts Neues sehen. Wir müssen die Perspektive wechseln, um Neues zu sehen.

Ganz auf Vertrautes  wollte Jesus dann doch nicht verzichten: Beim Abendessen brach der Nazarener mit den Jüngern in Emmaus das Brot. Da  fiel es ihnen auf: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?